Donnerstag, 29. Oktober 2015

Quittenmarmelade & irgendwie läuft's auch bei mir gerade nicht wirklich rund...

"Panta rhei" - "alles fließt"


Während ich diesen Post hier schreibe, sollte ein leckerer Duft von warmen Streuselkuchen
 den Raum erfüllen, leider rieche ich hier davon garnichts. Viel eher riecht es bei mir
 verbrannt und mein Kuchen ist hinüber, oben blass und ungebacken und von unten ist er schwarz...
Bei näherer Betrachtung hat sich herausgestellt, das mein Miniofen nicht mehr backen mag - 
einer der beiden oberen Heizstäbe ist gebrochen (oder durchgebrannt).
...überhaupt scheint vieles gerade zu haken...

Seit zwei, drei Wochen schon fühle ich mich erschöpft, meine Motivation macht irgendwo Urlaub und
 ein Infekt hält sich hartnäckig und zwingt mich zum Ausruhen...
Als ich gestern das Haus verließ, lag der Birnbaum, von dem ich Euch hier erzählt habe, in
Scheiben vor mir...ich konnte es gar nicht wirklich fassen...was für ein unheimlich trauriger und
 schockierender Anblick. Ich glaube nicht, dass es richtig war
 ihn zu fällen (obwohl er schon alt und knorrig war, sein Inneres sah gesund
 und kraftvoll aus)...aber beim Birnengitterrost scheiden sich die Geister...
Wie auch immer, irgendwie ist der Wurm drin, wo auch immer, selbst beim Marmelade kochen.
Die wundervoll duftenden Quitten (die ich von Bianci als kleinen 'Erntedank' bekommen habe)
waren größtenteils ganz braun von innen, so das letzten Endes, dieses Jahr, gerade mal ein Glas
Quittenmarmelade herausgekommen ist...


...habt ihr gewusst, dass die Quitte als indirekter Namensgeber für die Marmelade gilt? 
Es geht wohl auf das portugiesische Wort 'marmelo' für Quitte zurück...
(mehr könnt ihr bei Wikipedia erfahren)

Quittenmarmelade 

 1 kg Quitten (geschält und in kleinen Stücken)
500 g Gelierzucker 1:2
(normaler Zucker geht auch, da Quitten Pektin enthalten,
man erhält dann eine apfelmusähnliche Konsistenz)
Saft von 1-2 Zitronen

Die Quitten mit einem Küchentuch abreiben, um den pelzigen Flaum zu entfernen.
 Die Früchte waschen, schälen und in kleine Stücke schneiden (Kerngehäuse entfernen).
Mit etwas Wasser weich kochen und dann pürieren.
Zucker und Zitronensaft dazugeben (eventuell auch Vanille oder Zimt)
 und alles mindestens drei Minuten sprudelnd kochen lassen.
Die Marmelade in die vorbereiteten Einmachgläser abfüllen.
(Wer eine 'Flotte Lotte' besitzt braucht die Quitten nicht schälen, sollte aber das Kerngehäuse
 entfernen, da die Quittenkerne Giftstoffe enthalten)


Der verbrannte Geruch meines Kuchens hat sich langsam verzogen, er hängt noch
in den Kleidern, aber die kann ich ja waschen, auch ein kleiner Ofen ist relativ schnell wieder
organisiert und Quittenmarmelade ist zwar lecker, aber auch nicht überlebenswichtig.
Nur das Leben des Birnbaums, das kann niemand wieder
bringen...
So gesehen geht's mir gut, auch wenn's nicht wirklich fließt, sondern eher tröppelt,
Hauptsache ist doch, dass es tröppelt und das tut es...ich hab es warm, ein Dach über
den Kopf und genug zu essen hab ich auch...außerdem gab's auch andere kleine Erfolge,
 wie zum Beispiel meine Versuche mit einem Aufsteckblitz so zu fotografieren, dass man nicht
gleich sehen kann, dass ein Blitz verwendet wurde...könnt Ihr
auf den oberen Bildern, die geblitzten, auf den ersten Blick, erkennen? 

Ich habe beschlossen meiner Motivation eine Postkarte zuschreiben, 
in der ich ihr sagen werde, dass ich sie vermisse, und dass ich sie gern wieder hätte.
 Ich werde ihr einzeln aufzählen, was wir bisher geschafft haben, vielleicht kommt sie ja dann zurück...
bis dahin vertreibe ich meinen Infekt mit viel Tee, Ruhe und heißer Zitrone!


Ich hoffe Euch geht's gut und ihr macht Euch eine schöne Zeit!!!
Sollte es bei Euch gerade auch nur tröppeln, dann haltet durch,
 bald wird's auch wieder fließen, da bin ich mir ganz sicher!!!


Alles Liebe
Katrin

P.S.:
Vor ein paar Tagen hat Arno Gruen (ein ganz wunderbarer
Psychologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller) diese Erde verlassen...
er hat (nicht nur) mir noch immer viel zusagen...
Arno Gruen über Empathie


Vielen Dank, Arno Gruen!!!
(26.05.1923-20.10.2015)


Freitag, 9. Oktober 2015

"Der Herbstgang"...vom Ankommen, einer schönen Tasse heißen Tee und einem kleinen Zeichen Hoffnung...


Endlich angekommen bin ich im diesjährigen Herbst...obwohl ich
alle Jahreszeiten liebe, habe ich mich mit dem Übergang sehr 
schwer getan...Ich mag solche Übergänge nicht so gerne,
 sie machen mich innerlich immer unruhig (keine Ahnung warum)
 und ich bin grundsätzlich falsch angezogen...
Jetzt ist in mir wieder Ruhe eingekehrt und ich kann die
wundervoll warmen Farben des Herbstes genießen...



...ebenso wie herrlich heißen, selbstgemischten Tee
 aus den Blüten, Blättern und Früchten
 des Sommers...
In meiner Tasse tummeln sich Salbei-, Brombeer-, Spitzwegerichblätter,
Melisse, ein wenig Schokoladenminze, Ringelblumen und Rosenblüten.
Für Abwechslung sorgt u.a. ein Hagebutten-Hibiskustee, den
ich hin und wieder mit einem Stückchen getrockneter Vanilleschote
und Nelken aromatisiere...super lecker und einfach gemacht.
Diese Teemischungen helfen nicht nur bei Erkältungen, sondern
sind auch ein wunderschönes Geschenk für jeden Teeliebhaber.
Meine Zutaten habe ich zum Teil selbstgepflückt, von einer 
ganz lieben Freundin mit wunderhübschen Garten geschenkt bekommen
 und in der Apotheke gekauft...





Der Herbstgang

Die Bäume stehn der Frucht entladen,
Und gelbes Laub verweht ins Tal;
Das Stoppelfeld in Schimmerfaden
Erglänzt am niedern Mittagsstrahl.
Es kreist der Vögel Schwarm, und ziehet;
Das Vieh verlangt zum Stall, und fliehet
Die magern Aun, vom Reife fahl.

O geh am sanften Scheidetage
Des Jahrs zu guter letzt hinaus;
Und nenn ihn Sommertag und trage
Den letzten schwer gefundnen Strauß.
Bald steigt Gewölk, und schwarz dahinter
Der Sturm, und sein Genoss, der Winter,
Und hüllt in Flocken Feld und Haus.




Ein weiser Mann, ihr Lieben, haschet
die Freuden im Vorüberfliehn,
Empfängt, was kommt unüberraschet,
Und pflückt die Blumen, weil sie blühn.
Und sind die Blumen auch verschwunden;
So steht am Winterherd umwunden
Sein Festpokal mit Immergrün.

Noch trocken führt durch Tal und Hügel
Der längst vertraute Sommerpfad.
Nur rötlich hängt am Wasserspiegel
Der Baum, den grün ihr neulich saht.
Doch grünt der Kamp vom Winterkorne;
Doch grünt beim Rot der Hagedorne
Und Spillbeer'n, unsre Lagerstatt!



So still an warmer Sonne liegend,
Sehn wir das bunte Feld hinan,
Und dort, auf schwarzer Brache pflügend,
Mit Lustgepfeif, den Ackermann:
Die Kräh'n in frischer Furche schwärmen
Dem Pfluge nach, und schrein und lärmen;
Und dampfend zieht das Gaulgespann.

Natur, wie schön in jedem Kleide!
Auch noch im Sterbekleid wie schön!
Sie mischt in Wehmut sanfte Freude,
Und lächelt tränend noch im Gehen.
Du, welkes Laub, das niederschauert,
Du Blümchen, lispelst: Nicht getrauert!
Wir werden schöner auferstehn!


Johann Heinrich Voß (1751-1826)




Unser alter Birnenbaum, der vom Birnengitterrost befallen ist, mag nicht bis zum Frühling
warten und trägt neben wenigen roten Blättern diese kleinen weißen Blüten jetzt im Herbst.
 Dieses Signal des Baumes berührt mich sehr, da es doch zeigt wie sehr er um sein Leben kämpft.
Aufgrund des Birnengitterrostes soll er wahrscheinlich gefällt werden...mir blutet
 das Herz bei der Vorstellung, zumal ich denke, dass auch Bäume die Fähigkeit entwickeln können
 sich gegen diesen Pilz zu schützen und einfach auch die Chance und die Zeit brauchen
 um sich wieder zu erholen und Resistenzen zu bilden...


geteilt mit

Der Natur Donnerstag
&
Today's Flowers



Ich hoffe auch Ihr könnt die Gaben und den Zauber des Herbstes genießen!!!
Kommt gut ins Wochenende und habt eine ganz wunderschöne Zeit!!!

Alles Liebe
Katrin


P.S.: Hier gibt's noch ein paar Rezepte und Anregungen zum Tee selber mischen :)